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"Die Deutschen" im Auftrag von Gruppe 5 Filmproduktion GmbH und ZDF

Crowd Replication

Jena-Auerstedt 1806
Nahezu 10.000 Soldaten, Franzosen und Preußen, stehen sich gegenüber. Einheiten nehmen Aufstellung und bewegen sich auf die Kampflinie zu. Dann gehen sie zum Angriff über und rennen in eine Zone, die mit Kanoneneinschlägen, Rauch und Schüssen erfüllt ist. Bis zum Horizont sind Massen von Soldaten zu sehen. Im Vordergrund laden Kanoniere ihre Geschütze und geben nacheinander Schüsse ab, die im Hintergrund einschlagen.


Wenn tausende Soldaten oder Krieger in Schlachten aufeinander stoßen, kam die sogenannte "Crowd Replication (CR)" zum Einsatz. Intern unterscheiden wir zwischen der CR LIVE und der CR POST.
Die 2dimensionale Crowd Replication (CR LIVE) ist ein, im Vergleich zur Crowd Simulation im 3D Raum (CR POST), einfacheres Verfahren.

Eine kleine Gruppe von Schauspielern bewegt sich geschlossen in meist mehreren Durchgängen in verschiedenen Bereichen des angedachten Bildausschnitts. Im Compositing werden die Gruppen in den einzelnen Phasen freigestellt und in mehreren Ebenen zu einem Bild zusammengefaßt. Der Eindruck einer großen Menschenmenge entsteht.
Doch genau dieser eigentlich überschaubare Prozess bedeutete in der Regel einen immensen Aufwand.

Nicht immer war es möglich, sämtliche bewegten Bereiche des Sets durch eine Greenscreen vom Hintergrund zu trennen. In solchen Fällen sind immer wieder große Erfahrung aber auch Improvisation gefragt.


Waren jedoch alle Möglichkeiten innerhalb der Software ausgeschöpft, kam es häufig vor, daß mehrere Mitarbeiter wochenlang damit beschäftigt waren, Soldaten für Soldaten in buchstäblicher Handarbeit, Bild für Bild, freizustellen.

In der CR LIVE bildet ein intelligentes System die regelbasierte Crowd Simulation:
Die individuellen Figuren bekommen zunächst eine Liste möglicher Bewegungen zugewiesen, die beim Ablauf zufällig abgerufen werden. Im Crowdsystem selbst werden Bedingungen und Reaktionen festgelegt. Die daraus abgeleiteten Bewegungen und Richtungen lassen die virtuellen Massen und Menschengruppen im Hintergrund scheinbar selbständig agieren.

Verschiedene Schauspieler wurden frontal von vorne und hinten aufgenommen und diese Fotos wiederum als Textur verwendet. D.h. die Fotografie wird auf ein virtuelles Modell aufgelegt. Der so vorbereitete Character kann nun als 3dimensionaler Körper frei in einer Crowdsimulation agieren.